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Unsere Terrier und ihre Gesundheit

Oftmals wird das Argument gebraucht, Rassehunde sind wesentlich anfälliger für Krankheiten als Nichtrassehunde, öfters (schwer) krank und haben auch nicht eine solange Lebensdauer. Meines Erachtens kann dieses Argument bei näherer Betrachtung schnell relativiert werden. Man braucht sich nur vor Augen führen, was (verantwortungsvolle) Züchter alles an, auch kostspieligen Gesundheitsuntersuchungen, in Kaufnehmen bevor ihre Tiere in die Zucht gehen oder aus gegeben Anlass aus der Zucht genommen werden. Mischlinge werden zu meist vermehrt, in vielen Fällen kennt keiner den Gesundheitszustand der Elterntiere (wenn überhaupt bekannt) und der entstanden Welpen. Es stimmt schon, dass prozentuell mehr Rassehunde beim Tierarzt zu finden sind - aber vielleicht ist das damit zu erklären ist, dass einerseits leider die Akzeptanz eines Tierarztbesuches von  Rassehundebesitzer oftmals größer ist, anderseits die Tierärzte viele nicht Rassehunde anhand ihres Phänotyps katalogisieren. Da wird schon mal jeder stehorige größerer Hund zum Schäfer, jeder schwarze Hund zum Labrador)

Auf Grund von Zuchtvorschriften ist ein Züchter auch verpflichtet sich näher mit gewissen Erbkrankheiten auseinander zusetzen als dies ein "einfacher" Hundehalter tut. Gerade die viel strapazierte Hüftdysplasie - (HD-) Diskussion ist ein schönes Beispiel. HD - Erkrankung wird meistens mit dem Deutschen Schäferhund gleichgesetzt, das aber genauso viele Schäfermischlinge  und andere große Hunde davon betroffen sind, das kommt in den meisten Statistiken nicht vor. Damit will ich weder das Problem der HD verleugnen oder gewissen Rassen einen Freibrief  für ihre züchterischen "Erfolge" oder "Nichterfolge" erteilen, aber aufzeigen, dass es halt immer Vertreter einzelner Rasse im Kreuzfeuer der Kritik stehen, weil sie sich durch vorliegende Untersuchungswerte vor allem im Rahmen ihrer Zuchtanforderungen in den Mittelpunkt schieben und der Riesenanteil an Nichtrassehunde in der Anonymität verschwindet.

Leider haben auch die in- und ausländischen Vermehrer von so genannten "Puppy Mills" (Massenzüchter)  ihr Scherflein dazu beigetragen um den Mythos des kranken Rassehundes zu verstärken. Außerhalb jeder Zuchtordnung, nur am Gewinn orientiert, werden hier Hunde vermehrt, Hündinnen zu reinen Gebärmaschinen degradiert um möglichst billig und in großer Anzahl die momentanen Moderassen zu züchten. Das aus diesen "Brutstätten" nur an Leib und Seele kranke Hunde verkauft werden liegt leider auf der Hand. Aber es gibt immer wieder Abnehmer für diese Hunde, sicherlich ist hier der einzelne Hund billiger zu haben, als von einem Züchter, der sehr viel Zeit und Geld in seine Hunde und Zucht investiert. Darum auch Hände weg von diesen "Züchtern"!!

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Viele Krankheiten unserer Hunde sind natürlich ein Zeichen der Zeit, viele Grenzen wurden überschritten und unsere Haustiere leiden genauso wie wir Menschen an so genannten Zivilisationskrankheiten. Sicherlich sind bei auch bestimmte Rassen und/oder Hundetypen (!)   die Affinität zu bestimmten Krankheitsbilder  auffällig verstärkt. (Allergien, anatomische Missbildungen, Gebäudekrankheitsbilder,..) - nur wird der verantwortungsvolle Züchter und Liebhaber seiner Rasse alles daran setzen vor allem Erbkrankheiten durch eine genaue Selektion der Elterntiere zu bekämpfen.

Die zur Zucht verwendeten Parson und der Jack Russell Terrier werden jährlich auf gewisse Augenkrankheiten (juvenile Katarakt, primäre Linsenluxation, progressive Retinaatrophie) und mit 1 und 3 Jahren auf  Patellaluxation ("Herausspringen" der Kniescheibe) untersucht. Der Gehörtest ist mittlerweile bei Welpen und  Elterntiere ebenfalls verpflichtend eingeführt.

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Leishmanose

 Eine Tropenkrankheit erobert  Europa

In unseren Breiten wurden die Leishmaniosen bis dato als klassische tropenmedizinische Infektionskrankheiten angesehen und deshalb als reisemedizinisches Problem betrachtet. Durch die klimatischen Veränderungen (heißere Sommer), ist es notwendig, dass dieses Problem auch in Mitteleuropa nicht mehr negiert wird.  Leishmaniosen kommt ebenfalls im europäischen Mittelmeerraum vor, und   Sandmücken  wurden bereits in Deutschland gefangen. Weiters  steigt mit der  Zahl von Reisenden in solche Endemiegebiete steigt auch in Deutschland die Zahl der importierten Leishmaniosen.

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In den fünfziger Jahren wurden durch den Einsatz von Insektiziden, hauptsächlich DDT, gegen Malaria - übertragende Anopheles - Mücken auch die Überträger der Leishmaniosen, die Sandmücken (Phlebotomen) stark dezimiert. Heute haben sich die Sandmückenpopulationen jedoch wieder auf das Vorkriegsniveau vermehrt, mit der Folge, dass im Mittelmeerraum auch die Leishmaniosen wieder bei Mensch und Tier zunehmen.

Sandmücken oder Phlebotomen sind etwa zwei Millimeter kleine sandfarbene Stechmücken (siehe Abb.). Sandmücken sind in allen Anrainerstaaten des Mittelmeeres, sowie in Portugal, in der Schweiz und in Süd-Deutschland und neuerdings auch in Belgien verbreitet. Die theoretische Verbreitungsgrenze stellt die 10°C-Jahresisotherme dar. Die tatsächliche nördliche Verbreitungsgrenze ist derzeit in Europa unklar, jedoch existiert ein gesicherter Sandmückennachweis von der Insel Jersey (Kanalinsel, England). Auf der Haut fast unsichtbar, fallen sie dem 'Opfer' durch ihre großen schwarzen Augen auf. Nur die weiblichen Mücken saugen Blut, ohne das ein Heranreifen der Eier nicht möglich wäre.

Die Leishmaniosen sind lang bekannte  äußerst ernstzunehmende parasitäre Erkrankungen von Mensch und Tier. Es gibt viele Krankheitsformen der Leishmaniosen, die der jeweiligen geographischen Verbreitung der einzelnen Leishmania - Arten zuzuordnen sind. Sie reichen vom lokal begrenzten, spontan ausheilenden Solitärulkus bis zur tödlich endenden Allgemeinerkrankung. Weltweit unterscheidet man drei Leishmanioseformen:

die Hautleishmaniose (Orientbeule), die innere Leishmaniose , die Schleimhautleishmaniose

Derzeit sind weltweit etwa 12 Millionen Menschen in 88 Ländern aller Kontinente (Ausnahme: Australien) mit Leishmanien infiziert. Etwa 350 Millionen Menschen leben mit dem täglichen Risiko, sich durch einen infektiösen Sandmückenstich mit den Parasiten zu infizieren. Noch vor 10 Jahren kam es jährlich zu ca. 400'000 Neuerkrankungen, heute sind es 1,5 bis 2 Millionen Menschen. Die Infektionsrate von Hunden mit Leishmanien ist besonders im Mittelmeerraum stellenweise sehr hoch:

Süd-Frankreich (bis 20%), Nord-Spanien (5-10%), Süd-Spanien (bis 42% in Andalusien), Italien (5-10%, auf Sizilien bis 80%), Nord-Griechenland (bis 3%), Süd-Griechenland (ca. 25%). Die Infektionsrate bei Hunden und Menschen hängt von der lokalen Sandmückenpopulation und deren Stechgewohnheiten ab.

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Eine Leishmaniose kann überall dort erworben werden, wo mit Leishmanien infizierte Sandmücken der Gattungen Phlebotomus oder Lutzomyia vorkommen - auch in Anrainerstaaten des Mittelmeeres, wie Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Ex- Jugoslawien, Griechenland und in den Ländern Kleinasiens (Türkei) und Nord-Afrikas, vermutlich sogar in Süd-Deutschland.

Als Vorbeugung sind in letzter Zeit sogenannte "Spot on" im Gespräch, kleine Tuben, die man dem Tier auf die Haut zwischen die Schulterblätter verabreicht (wirksam gegen Zecken, Flöhe und eben auch gegen Sandmücken). Es ist sicherlich ratsam vor einer geplanten Reise in den Süden einige Tage zuvor, damit sich auch der Wirkstoff entfalten kann,  den eigenen Hund vorbeugend zu behandeln. (SK)

Quelle: http://members.aol.com/TJNaucke/index.html

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Progressive Retina Atrophie

 

Progressive Retina Atrophie (PRA) ist eine vererbbare,  unheilbare Augenerkrankung in deren Krankheitsverlauf die Retina (Netzhaut) des Auges angegriffen und zerstört wird. Die Netzhaut ist der Teil des Auges auf dem sich visuelle Eindrücke formieren und über den Sehnerv ans Gehirn weiter gegeben werden. Die PRA beginnt zu meist mit Nachblindheit und setzt sich dann weiter fort erst in einer graduelle  bis hin zur völligen Blindheit. In einigen Rassen beginnt dieser Prozess bereits im Welpenalter, in manchen allerdings erst, wenn der Hund bereits einige Jahre alt ist, ein Punkt, der natürlich zum tragen kommt, wenn das betroffene Tier sich bereits weitervererbt hat. Vor allem im Alter zwischen drei und fünf Jahren ist ein vermehrtes Auftreten zu bemerken.

Ausgehen kann man davon das PRA nur ein Überbegriff von vielen verschiedenartigen (verwandten) Augenerkrankungen, deren Gemeinsamkeit die fortschreitende Zerstörung der Netzhaut sind.
Die meisten Formen der PRA sind rezessive vererbt, das heißt beide Elterntiere müssen Träger dieser Erkrankung sein, ohne selber daran  leiden zu müssen. Nach Mendel heißt das, sollte ein Träger, der selber nicht betroffen ist, mit einem ebenfalls  gesunden Träger gebart wird, die Nachkommenschaft sich rein statistisch wie folgt aufteilt: 25 % der Nachkommen haben PRA, 50 % werden zu Trägern (des rezessiven Gens) wie ihre Eltern und 25 % sind frei.

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In etwa 80 verschiedene Hunderassen werden heutzutage mit der PRA in Verbindung gebracht. In jüngster Zeit lassen erfolgreiche Versuche mittels Gentests aufhorchen, die auch (gesunde) Träger als solche erkennen lassen. Der jetzige, einzige Weg ist ein (regelmäßiger) Augentest der  betroffenen Hunde(rassen). Allerdings ergeben sich die Schwachstellen dieser  Untersuchungen aus dem vorhergesagten. Erstens können nur erkrankte Tiere ausgeforscht werden und zweitens treten viele Erkrankungen erst nach geraumer Zeit auf, so dass man bei einer Untersuchung nur von einem IST - Zustand ausgehen kann. Allerdings werden verantwortungsvolle Züchter sicherlich Vorsichtwalten lassen wenn sie mit bereits bekannten betroffenen (Blut)linien ihrer Rassen  züchten.
 

Betroffene Tiere sind zu meist in der Lage die Einschränkungen ihrer Krankheit mittels anderer Sinne zu kompensieren. Der Krankheitsverlauf ist ein sehr schleichender der dem Tier die Möglichkeit gibt andere Sinne (Gehör- und Geruchsinn) stärker auszubilden und einzusetzen, daher kommt es auch vor, dass oftmals die Besitzer dieser Hunde erst sehr spät die Erkrankung bemerken.

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Bei Reisen mit Tieren  Bestimmungen beachten

Stand Juni 2005

 "Pet Pass" belegt, dass Tiere gegen Tollwut geimpft sind

Wien (OTS) - Minki und Rex kommen mit auf die Reise. "Seit dem vergangenen Jahr erleichtert der EU-Heimtierausweis das gemeinsame Urlaubsvergnügen", erinnert ÖAMTC-Touristikerin Erika Kabourek. Der EU-Heimtierausweis, auch Pet Pass genannt, gilt für Reisen mit Tieren (Hunde, Katzen) in alle EU-Staaten, außerdem in der Schweiz, in Island, Andorra, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und im Vatikan. Der Ausweis belegt, dass die Tiere gegen Tollwut geimpft worden sind und wird vom Tierarzt sofort und unbürokratisch ausgestellt.

Tiere müssen zur Identifizierung außerdem eine deutlich erkennbare Kennzeichnung (Mikrochip oder Tätowierung) tragen. Ab 2011 ist ausschließlich die Kennzeichnung durch einen Chip zulässig. Der Mikrochip ist etwa so groß wie ein Reiskorn und wird unter die Haut an der linken Halsseite injiziert. Die Nummer des jeweiligen Chips wird im EU-Heimtierausweis eingetragen. Somit ist die Kennzeichnung auch ein erheblicher Vorteil, wenn sich das Tier im Urlaub verirrt.

Für gekennzeichnete Tiere, die noch vor dem 1. Oktober 2004 geimpft wurden, bleibt der bisher verwendete Internationale Impfpass noch bis zum Ablauf der Impfungen (ein Jahr später) als Reisedokument gültig. Ab Oktober 2005 ist dann definitiv nur noch der EU-Heimtierausweis gültig.

Aufpassen müssen Reisende, die mit ihren Tieren nach Großbritannien, Irland, Schweden, Norwegen, Finnland und Malta reisen wollen. Diese Länder können noch fünf Jahre lang zusätzliche Auflagen fordern wie Bluttests, aber auch Zecken- und Bandwurmbehandlungen.

Zusätzliche Einreisebestimmungen müssen all jene bedenken, die über ein Nicht-EU-Land in ein EU-Land reisen. Zum Beispiel müssen bei der Einreise mit Hund oder Katze nach Griechenland über Nicht-EU-Länder (z.B. Serbien-Montenegro oder Mazedonien) Tollwut-Antikörper nachgewiesen werden. Das ist frühestens 30 Tage nach der Impfung anhand einer Blutprobe möglich und muss vom österreichischen Tierarzt im EU-Heimtierausweis bestätigt werden. Da es bis dato nur ein anerkanntes Laboratorium für die Durchführung des Bluttests in Mödling gibt, sollte das noch zeitgerecht durchgeführt werden.


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Wenn eine Immunisierung des Tieres gegen Tollwut nachgewiesen wurde, braucht dieser Bluttest aber nur einmal im Leben des Tieres durchgeführt werden, vorausgesetzt es erhält immer rechtzeitig die Auffrischungsimpfungen. Kroatien bildet bei den Nicht-EU-Ländern eine Ausnahme: Hier wird bei der Einreise der EU-Heimtierausweis akzeptiert und es ist kein Tollwut-Antikörper-Nachweis notwendig.

In der ÖAMTC Länderdatenbank unter www.oeamtc.at/reise/ sind alle Details zu den einzelnen europäischen Länderbestimmungen in der Kategorie "Hunde und Katzen" zu finden.


ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger
www.oeamtc.at

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Taubheit

Liz McKinney

Dalmatiner Züchter sind sich seit langem des hohen Auftretens von Taubheit  in ihrer Rasse bewusst.  Die Forschung über Taubheit läuft seit den frühen sechziger Jahren. Seitdem haben aber auch Besitzer von Bull Terrier, Australian Cattle Dogs, Australian Shepherds, Englisch Setter, Catahoula, English Cocker Spaniel, West Highland White Terrier und  gefleckte Dachshunde entdeckt, dass auch in diesen Rassen die Taubheit verbreitet ist.

Zum jetzigen Zeitpunkt hat sich erwiesen, dass die Verbreitung von Taubheit bei Dalmatinern am höchsten ist, mit circa 8% beidseitig und 21.8% einseitig tauben Hunden.  Diese Statistik muss man aber mit Vorsicht betrachten, denn die Anzahl von audiometrisch getesteten Würfen und Zuchthunden ist bei Dalmatinern größer als bei allen anderen Rassen.

Vererbte Taubheit ist bei allen Rassen, die das Merle Gen haben (wie Collies, Shetland Sheepdog, gefleckter Dachshund, Harlekin Dogge, Amerikanischer Foxhound, Old English Sheepdog, u.s.w.) vorhanden, sowie bei den Trägern vom extremen Piebald Gen (wie Bull Terrier, Samoyed, Greyhound, Great Pyrenees, Sealyham Terrier, Beagle, Bull Dog, Damatiner, English Setter, Fox Terrier und Jack Russell.) Das Piebald (Schecken) Gen ist verantwortlich für die vorwiegend weiße Farbe bei Hunden.

Die genetische Folge von Taubheit bei Hunden mit einem ausgeprägten Piebald Gen ist nicht eindeutig erforscht.  Während man zuerst dachte, dass der Erbgang einfach autosomal rezessiv ist, hat sich erwiesen, dass das nicht der Fall ist.  Zwei beidseitig taube Hunde können einen Wurf von normal hörenden Hunden zeugen, sowie einen Wurf mit einigen beidseitig tauben Welpen oder einen Wurf mit einseitig tauben Welpen und sogar einen Wurf mit beidseitig tauben, einseitig tauben und normalen Welpen.  Folglich denkt man jetzt dass der Erbgang polygen ist, von zwei verschiedenen autosomal rezessiven Taubheit Gene, oder ein Syndrom von unvollständiger Penetranz.  Die Wahrheit ist, dass man es nicht weiß.  Leider weiß man heute auch nicht mehr über den Erbgang der Taubheit, als man vor 30 Jahren schon wusste.  Das einzige, das man mit Sicherheit weiß, ist dass erbliche Taubheit in vielen Rassen mit dem Piebald (Scheck) Gen verbunden ist und es daher unmöglich ist, sie zu eliminieren in Rassen die viel weiße Farbe wegen dieses Farbgens haben.  

Beidseitige Taubheit ist  für den Hobbyzüchter ziemlich einfach zu erkennen.  Aber es ist unmöglich,  einseitige Taubheit ohne BAER Test zu diagnostizieren.  Der Brainstem Auditory Evoked Response Test ist eine sicherere und einfache Untersuchung die man bei Welpen schon im Alter von fünf Wochen machen  kann, die aber meistens im alter von 8 Wochen vorgenommen wird.  Ein Computer unterstütztes System ermittelt elektrische Aktivität in der Cochlea und Gehörwege im Hirn, ähnlich wie eine Antenne Radio oder TV Signale entdeckt, oder wie ein EKG elektrische Aktivität eines Herzens misst.  Die häufigste Art die Elektrodennadeln anzubringen ist: eine vor jedes Ohr, eine oben am Kopf und eine zwischen den Augen.  Es ist ungewöhnlich, dass ein Tier dabei Schmerz empfindet aber es kann sein dass die Drähte irritieren.  Der Stimulus Click, den der Computer aussendet, wird mit einem Schaumgummi Knopf oder einem Kopfhörer in das Ohr  geleitet.  Jedes Ohr wird individuell getestet und der Test dauert meistens nicht länger als 10-15 Minuten.

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Es ist wichtig, dass alle Hunde BAER getestet werden. Alle Hunde die in der Zucht stehen sollten getestet werden, um einseitige Taubheit zu erkennen. Die Tiere, die ein- oder beidseitig taub sind, sollten aus der Zucht ausgeschlossen werden.  Es ist ebenfalls wichtig, alle Welpen in einem Wurf zu untersuchen, um einseitige Taubheit festzustellen.  Alle Zuchthunde sollten getestet werden, um festzustellen, welche einseitig taub sind.  Die Tiere, die entweder ein- oder beidseitig taub sind, sollten nicht für die Zucht verwendet werden.  Es ist aber genauso wichtig, ALLE Welpen in einem Wurf zu testen, um festzustellen, ob einseitige Taubheit vorhanden ist.  Nur die Hunde zu testen, die ausgestellt werden oder die für die Zucht genommen werden, ist einfach nicht ausreichend, denn das wird keine aussagekräftige Statistik ergeben, die belegt wie viele taube Hunde gezeugt werden.  Der gesamte Wurf muss  BAER getestet werden.  Es muss hier nochmals mit Nachdruck erwähnt werden, dass kein Züchter in der Lage ist, einseitige Taubheit ohne BAER Test zu diagnostizieren. Wenn ein Züchter behauptet, dass er nie einen tauben Welpen gezüchtet hat, dann ist das eine uninformierte, täuschende und ungenaue Behauptung.

Es herrscht allgemeine Übereinstimmung, dass keine beidseitig tauben Hunde für die Zucht verwendet werden sollen.  Man ist sich aber nicht einig, ob mit einseitig tauben Hunden gezüchtet werden sollte.  Die Vernunft sagt uns, dass einseitig taube Hunde die BAER getestet sind, nicht zur Zucht eingesetzt werden, dass sie kastriert und als Pets verkauft werden sollen.  Obwohl einseitig taube Hunde Schwierigkeit haben könnten, die Richtung der Laute zu orten, sind sie vollkommen geeignete Haushunde. 

Da der Erbgang von Taubheit in Rassen die das ausgeprägte Scheck Gen haben unbekannt ist, kann man mit einer Paarungswiederholung nichts beweisen und es ist daher nicht ratsam, hörende Zuchttiere, die ein- oder beidseitig taube Welpen gebracht haben, aus dem Zuchtprogramm zu eliminieren.  Es wurde beweisen, dass die Paarung von zwei normal hörenden Hunden sowohl ein- als auch beidseitig taube  und auch normal hörende Welpen im selben Wurf, bringen können, während eine Wurfwiederholung einen vollkommen normalen Wurf bringen kann.

Als Züchter haben wir die Verantwortung, alle unsere Hunde BAER zu testen, ob sie nun in die Zucht kommen oder Haushunde werden.  Es ist dennoch ein Fehler, normal hörende Hunde aus dem Zuchtprogramm zu nehmen, auch wenn sie ein- oder beidseitig taube Welpen gebracht haben. 

Der einzige Weg, Taubheit aus einer Rasse, die das Scheck (Piebald) Gen hat, zu eliminieren, ist das Gen zu eliminieren.  Das bedeutet, dass man aufhören muss, überwiegend weiße Hunde  zu züchten.  Das, natürlich, ist lächerlich.

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Züchter müssen vernünftig handeln wenn sie Erbdefekte in ihrer Rasse angehen wollen und müssen Prioritäten bei genetischen und angeborenen Gesundheitsproblemen setzen.  Die Fehler, die schwere Krankheiten und große Schmerzen verursachen, müssen in Auge gefasst werden.  Dennoch ist es unmöglich, alle Erbfehler zu eliminieren.  Eine Rasse ist immer gefährdet von übereifrigen, unerfahrenen und uninformierten Züchtern, die sich nur auf ein oder zwei  Probleme konzentrieren.  Wenn man alle Hunde aus der Zucht eliminiert, die eine Nachzucht  mit einem, in jungem Alter leicht zu diagnostizierenden Defekt, wie Taubheit,  gebracht haben, dann läuft man Gefahr, hervorragende Individuen in dieser Rasse zu verlieren, die sonst gesund vollkommen sind und den Genpool positiv beeinflussen könnten. 

Man sollte das Problem der Taubheit in Parson und Jack Russell Terrier angehen, indem man alle erwachsenen Hunde und alle Würfe BAER untersucht, und nur die Hunde die ein- oder beidseitig taub sind, aus dem Zuchtprogramm eliminiert.  Elterntiere aus der Zucht zu nehmen, nur weil sie ein- oder beidseitig taube Welpen gebracht haben, ist kontraproduktiv, denn dieses Problem ist in jeder Rasse endemisch, die ein Piebald Gen hat, und kann deswegen nicht ausgerottet werden.  Es sollte weiter bemerkt werden, dass  in unserer Rasse Individuen die ganz weiß, keine Augenlidpigmentierung haben oder andere, leicht erkennbaren Attribute haben, nicht mehr Taubheit vorweisen als andere Individuen.  Taubheit wird vom Farbgen verursacht, und hängt nicht damit zusammen, ob ein Individuum mehr oder weniger Farbe hat.

Wenn Züchter überreagieren, indem sie aufhören, mit normal hörenden Hunden die taube Welpen bringen, zu züchten, dann müssten wir überhaupt aufhören, mit vorwiegend weißen  Hunden zu züchten.  Mit manchen Sachen muss man halt leben.  Wenn wir das nicht tun, dann werden wir mit einem dermaßen reduzierten Genpool enden und werden erkennen, dass wir anstatt kleiner Probleme größere und ernstere Probleme haben. 

Es ist unmöglich, bei jeder Rasse alle genetischen Defekte los zu werden.  Wir müssen uns auf die Krankheiten konzentrieren, die für die Hunde am schmerzvollsten sind und die, die man nicht im Welpenalter diagnostizieren kann.

 

Übersetzung von Dorothea Penizek

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